Montag, 27. Juni 2011

Darkside [2] Kapitel 1.2


Peter fragte sich dann immer womit die Leute denn ihr Blätter zusammenhalten sollten, wenn es keine Büroklammern gäbe.
Johnny bog mit dem alten Ford in eine Straße ein.
Obwohl diese Straße genauso aussah wie die zuvor, schien Johnny zu wissen wo er lang musste.
Für Peter ein weiteres Indiz für die Gottestheorie.
Einmal hatte Peter gefragt, warum es Frauen und Männer gibt. Johnny hatte einfach gesagt dass es schon immer so gewesen sei und das es auch so sein müsse, damit die Bibel Sinn ergibt. Wenn es nämlich nur Männer gäbe, würde man die gesamte Schöpfungsgeschichte umschreiben müssen. Und das wäre ihm zuviel Arbeit.
Peter fragte nicht weiter nach, denn er wusste ja dass Johnny die Bibel geschrieben hatte, oder wie Johnny immer sagte „Ich bin dabei gewesen. Aber irgendwie war es mir zu anstrengend, deswegen hat Michael das gemacht.“
Michael saß zu dem Zeitpunkt im Kofferraum des alten Ford. Das wusste Peter.
Was er auch wusste war, dass Michael schlafen musste. Das hatte Johnny vorher gesagt. Und Johnny hatte meistens Recht. Sie fuhren weiter die dunkle Strasse entlang, bis sie an den Rand eines Waldstücks gekommen waren.
„Bleib bitte im Wagen Kleiner.“
Es war immer dasselbe. Johnny nannte ihn „Kleiner“, obwohl Peter gut 1,95 groß war und Johnny, dank einer Laune des Herrn gerade einmal 1,86 bemaß.
Es rumpelte kurz, als Johnny den zusammengeschlagenen und vollkommen benebelten Michael aus dem Kofferraum zieht.
Er lehnte ihn an einen Baum, wie ein altes Brett das man loszuwerden versuchte, und stieg wieder in den Wagen ein.
„Was machst du mit Michael?“ wollte Peter wissen.
„Wir probieren bald was aus….“
„Wann?“
„Ich sagte bald.“
„Wann?“
„Pete. Ich habe gesagt bald. Das bedeutet ich weiß es nicht genau.“
„Oh… Wann?“
„Sei still, bitte. Sonst darfst du dich dabeisetzen.“
„Wobei?“
„Ich sagte, wenn du nicht ruhig bist dann darfst du dich zu ihm setzen und dasselbe durchmachen.“
Das wollte Peter nicht. Es war nur einer von vielen Ausflügen, aber aus Früheren wusste er das es nicht gut war „dabeizusitzen“.
„OK…“ murmelte Johnny. „Ganz ruhig anfahren und dann beschleunigen. Gut. Hey, Pete, nimmst du mal diesen Strick? Ja den da.“ Peter tat wie ihm geheißen. „Prima. Den nimmst du und dann wickelst du ihn um Michaels Kopf, das andere Ende gehört an die Anhängerkupplung.“
„Warum?“
„Pete. Bitte hör auf zu fragen.“
„Warum?“
„Kleiner. Das siehst du dann.“
Diesen Satz verstand Peter. Er stieg schnell aus dem Wagen aus. Er nahm den Strick prüfend in beide Hände um ihn dann um Michaels Hals zu legen. Das andere Ende hängte er um den Knauf der Anhängerkupplung.
Auf einmal zuckte Michael kurz, saß dann plötzlich Kerzengerade da, die Augen weit aufgerissen. Er hustete und fing an sich vor Schmerzen zu krümmen.
Peter war etwas irritiert und wich ängstlich zurück. So etwas war eindeutig zu viel für ihn.
Hinter ihm knallte eine Autotür.
 „Muss man den alles selber machen“ Johnny stand neben ihm, eine Spritze in der Hand.
„Was ist das?“ fragte Peter ängstlich.
„Halts Maul Pete.“
„Hmm…“
Peter mochte es nicht wenn Johnny böse auf ihn war.
Aber seine anfängliche Angst verflog und er fragte sich was denn da genau passiert.
Johnny rammte Michael die Spritze ohne mit der Wimper zu zucken in den Brustkorb.
Dann drückte er ihm die farblose Flüssigkeit direkt in seine Lunge.
„Was machst du da?“
„Ich bringe Michael um.“ Er überlegte kurz. „Nein, tue ich nicht, ich versuche es.“
„Achso… Warum?“
„Das, Kleiner, erzähle ich dir wenn du mal groß bist.“
„Jetzt?“
„Nein.“
„Schade.“

4 Kommentare: