Donnerstag, 14. Juli 2011

Darkside [6] Kapitel 1.6


Was zur Folge hatte das ihr Kühlschrank genau aus diesen Dingen bestand. Und aus Bier.
Michael schnappte sich sein Abendessen und setzte sich zu Johnny und dem faszinierten Peter.
„Hm. Wer braucht diese Sachen da?“ fragte Peter, immer noch fixiert auf den Bildschirm.
„Was genau meinst du?“ antwortete Johnny. Aber nach kurzer Überlegung fügte er mit einem überzeugenden Kopfnicken hinzu: „Die Geldsäcke.“
„Achso.“
Es gibt einige Sachen an den Menschen die Engel nicht nachvollziehen können. Dazu gehören Singlebörsen im Internet, das Internet selbst, die Rangordnung der Menschen, Elektronische Zahlungsmittel, Geld überhaupt und einige andere Dinge.
Bei Singlebörsen fehlte den Engeln das Verständnis für den Willen des Menschen sich zu binden. Was beide oft vergaßen ist, dass sie selbst auch teilweise Menschen waren,  deshalb verspürten sie manchmal selbst ein Verlangen nach Gesellschaft.
Da sie allerdings ihre Engelsgestalt behalten haben, gab es nicht einmal ansatzweise Probleme mit der Suche nach Frauen.
Johnny und Michael waren relativ groß, hatten mal blonde und mal schwarze Haare, das ändert sich ständig, feine Gesichtszüge und waren durch ihre zahlreichen Aktionen wie erwähnt körperlich fit.
Michael war für gelegentliches „Ausgehen“ wesentlich offener und nahm auch öfter mal Frauen mit nachhause und zwar immer die, die ihm am besten gefielen, dank freier Auswahl.
Ein weiterer Vorteil, wenn es um Frauen ging, war ihre Fähigkeit im menschlichen Geist zu lesen. Sie hätten ohne weiteres als Psychologen jede Menge Geld verdienen können, wenn der „Doofe, einfallslose Drecksack“ sie nicht an ihren Job gebunden hätte.
Einmal hatte Michael aufgrund eines Jobs mit der U-Bahn fahren müssen und sein Sitznachbar hatte gerade daran gedacht seiner Frau Blumen zu kaufen. Als er sich fragte welche Blumen, antwortete Michael einfach „Eine einzelne Rose. Das schindet Eindruck.“ Der Mann bekam einen Herzanfall und musste wiederbelebt werden. Von Michael. Dieser bückte sich einfach zu dem Mann herunter und sprach ein kleines Gebet, woraufhin es dem Mann schlagartig besser ging.
Michael hatte aber für den Rest der Woche nur zwei Finger an der einen Hand, als Strafe dafür dass er seine Fähigkeit benutzt hatte,  um einen Menschen zu beeinflussen. Nachdem er ein paar Mal „Die dumme Sau, die dumme Sau“ Richtung Himmel gebrüllt hatte, hörte er ein Räuspern und Gott stand in Gestalt einer alten Frau hinter ihm.
Der Komiker war einfach, mitten auf der Straße in den erstbesten Körper geschlüpft den er gefunden hatte.
Michael staunte nicht schlecht als die alte Frau ihn mit tiefer Bassstimme fragte wie es ihm ginge.
„Prima Chef, aber, na ja, du hast vergessen die Stimme zu ändern.“
„Nein, Michael.“ Brüllte Gott. Ja, er hat gebrüllt. Wenn man an eine riesige Hülle gewöhnt ist, deren Stimme jeden erstarren lässt, brüllt man nun mal. Die Menschen um sie herum liefen einfach weiter. Gott veränderte ihre Gedächtnisse während sie an ihnen vorbei liefen.
„Sorry wegen dem Ausrutscher eben. Das war nicht angemessen“
„Stimmt.“ Gottes Stimme klang etwas vorwurfsvoll, und Michael wusste dass er sich auf ihn konzentrierte, während er dabei war sich das Treiben um ihn herum anzuschauen.
„Ihr werdet Besuch bekommen. Er heißt Peter. Bald.“
„Chef, ich kenne Peter. Aber warum?...“
„Halt mal kurz die Klappe, ich muss eben einen One Night Stand zwischen den beiden da anzetteln.“ Schrie Gott über die halbe Straße, während gegenüber eine junge Frau und ein Mann auf  einmal Interesse füreinander entwickelten.
„Das wegen Peter, das erfährst du noch. Ich muss los.“
„Okay…“ Er hatte das Wort noch nicht komplett ausgesprochen da war Gott bereits aus der alten Frau in Richtung Himmel verschwunden.
Die Dame sah in eine Weile an, bis sie sich umdrehte und ging. Nach einige Metern sah Michael das Gott der Frau grün-pinke Haare und eine Schrotflinte verpasst hatte.
Die verwirrte Alte rannte mit dem Gewehr ein Stück geradeaus, richtete es auf das frisch geschaffene Pärchen und just in dem Moment in dem sie abdrückte verschwanden Gewehr und Haare, während alle auf der Straße wieder dem normalen Tagesgeschäft folgten, so als sei das was passiert ist völlig normal. Ja, dachte Michael bei sich. Der Typ hat Humor.
Sieben Tage später- exakt sieben Tage, eine Anspielung auf die verlorene Wette, der „Blöde senile Saftsack“ hatte laut Johnny einfach nichts Besseres zu tun als sie mit alten Kamellen aufzuziehen, tauchte Peter bei den beiden auf. Allerdings ist den beiden der genaue Grund für  sein Erscheinen immer noch nicht klar.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen